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Finanzmärkte - von ruhig bis volatil

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Publié le mardi 11 mai 2010

Am 18. Mai wird Prof. Dr. Thomas Lux (Universität Kiel) einen Vortrag über Finanzmärkte als komplexe Systeme halten.

Finanzmärkte weisen bestimmte statistische Charakteristika auf, die denen komplexer Systeme in den Naturwissenschaften ähneln. Das prominenteste Beispiel hierfür ist die Verteilung großer Preisausschläge, die von einem hyperbolischen Abfall mit einem für alle Märkte etwa gleichen Pareto-Exponenten von ungefähr 3 gekennzeichnet ist. Ähnlich universelles Verhalten findet sich in der zeitlichen Abhängigkeit der Volatilität (des Schwankungsgrades der Kurse). Die neuere Literatur identifiziert zudem multi-fraktales Verhalten der Kursschwankungen, wie es ähnlich in den Zeitreihen turbulenter Strömungen zu finden ist. All diese Eigenheiten können als sogenannte Skalierungsgesetze beschrieben werden, die man in den Naturwissenschaften in komplexen Systemen mit einer Vielzahl interagierender Elemente findet. Solche Systeme sind gekennzeichnet durch das Auftreten kritischer Zuständen, in denen sich die Systemeigenschaften ändern. Unsere Analysen des Handelsprozeßes in „künstlichen Finanzmärkten“ mit einer Vielzahl von Investoren mit heterogenen Strategien unterstützen diese Sichtweise. Die Analyse der kritischen Zustände dieser Systeme bietet einen allgemeinen theoretischen Zugang zur Erklärung der empirischen Beobachtungen. Ein Markt läßt sich dabei als ein „ökologisches System“ mit unterschiedlich spezialisierten Händlern interpretieren, deren Wechselwirkungen zu Übergängen zwischen volatilen und ruhigen Marktphasen führen.

Thomas Lux studierte Volkswirtschaftslehre und promovierte 1990 an der Universität Würzburg. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Würzburg und Bamberg, hatte Lehrstuhlvertertungen in Frankfurt und Bon inne und wurde 1998 zum Professor in Bonn berufen. Seit April 2000 ist er Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesesondere Geld, Währung und internationale Finanzmärkte, an der Universität Kiel. Internationale Forschungsaufenthalte führten ihn nach Tokyo, Sydney und Aix-Marseille. Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Weltwirtschaft Kiel und Mitglied des Direktoriums des Zentrums für Numerische Simulation an der Universität Kiel.

  • Wann? 18. Mai - 17.30h
  • Wo? Campus Limpertsberg, bâtiment des sciences, Saal BS 1.03